„Bedürfnisse sind ein entscheidender Motor für Innovationen!“
Von Dr. Karin Uphoff
Bei Innovationen denken die meisten Menschen an Technologie, Patente und Ingenieure. Auf der 24. Internationalen Konferenz des Managerinnen-Netzwerkes EWMD am 8. November in Lissabon standen aber auch die Themen Management und Führung, Innovationskulturen und soziale Innovation im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Der Chemiker des Fraunhofer Institutes, Dr. Klaus Rischka, mit seinem Miesmuschelklebstoff wie auch die Gründerin der Foodbank in Portugal, Isabel Jonet, haben eins gemeinsam: Leidenschaft. Jeder von ihnen hat die Erfahrung gemacht, dass ihre Idee anfangs belächelt wurde. „Armer Träumer“ oder „Sozialromantikerin“ wurden sie genannt. Aber sie hielten durch, begeisterten andere und bauten auf, wovon sie geträumt hatten: Klaus Rischka eine Forschergruppe aus Medizinern und Anwendungstechnikern und mit Unterstützung des BMFZ und Isabel gleich eine ganze Bank mit vielen freiwilligen ehrenamtlichen Helfern, die Nahrungsmittel einsammeln.
„Aller Anfang einer Innovation ist das tiefe Verstehen und Empfinden einer Situation – ob aus eigenem Leid heraus oder aus Mitgefühl. Nur so entstanden im letzten Jahrhundert neue Produkte wie Wegwerfwindeln, Spülmaschinen oder die Antibabypille“, betonte Claudia Schmitz, internationale Präsidentin des EWMD, in ihrer Eröffnungsrede. Dann folge die Zeit der Investition, Kapitalgeber und Produzenten und der letzte Schritt ist der Markt.
So kennen wir Innovationen seit vielen Jahrzehnten. In Portugal ging es jedoch darüber hinaus um Innovationen abseits der Technologie, denn das Land baut auf Knowledge und Service. So präsentierte sich auch Claudia Goya von Microsoft, die als Business and Marketing Officer die Kultur von Microsoft vorstellte, deren Rahmenbedingungen und Offenheit vielen Mitarbeitern Chancen auf neue Ideen lassen. Das Gegenteil davon präsentierte Ana Paula Reis, eine junge Entrepreneur, die sich gerade vom amerikanischen Großkonzern gelöst und ihre Vertriebserfahrungen in ein neues Produkt umgesetzt hat. „Vertriebsmannschaft als Serviceteam anmieten“. Die Durchstarterin hat bereits über 100 Leute unter Vertrag und gleich eine Sales-Akademie gegründet, um die Schulung professionell zu gestalten.
So oder so, Unternehmen können die Basis dafür schaffen, dass Menschen ihre Ideen umsetzen können und dürfen. Sie benötigten dafür Kontakte, Umfelder und Netzwerke, die innovative Mitarbeiter intensiv unterstützen und mit neuen Ideen und Menschen in Verbindung bringen. Neuerungen erfordern darüber hinaus Durchhaltevermögen, eine starke Persönlichkeit und viel Energie, um sich gegen das alte System abzugrenzen und mit alten Regeln zu brechen, hoben die Innovationsexperten in Lissabon hervor.
Weitere Informationen finden Sie im Bericht „The fat man walks slowly“. Er vermittelt Ihnen einen Eindruck von den wichtigsten Kernaussagen der Redner aus Wissenschaft, Forschung und Management im Rahmen der 24. Internationalen Konferenz des Managerinnen-Netzwerkes EWMD zum Thema Innovation.
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